ÖH und Grüne verurteilen gewaltsame Räumung von SoliLa durch BOKU-Rektorat

Neben der Kritischen & Solidarischen Universität (KriSU) verurteilen auch die Österreichische HochschülerInnenschaft der Universität für Bodenkultur (BOKU) und die Grünen Floridsdorf  die gewaltsame Räumung der Initiative “Solidarische Landwirtschaft” (SoliLa) auf brachen Ackerflächen in Pacht der BOKU in Jedlersdorf.

Das BOKU-Gelände während der Besetzung: ein Bild friedlicher und gemeinsamer landwirtschaftlicher Nutzung (Quelle: Die Grünen Floridsdorf)

 Das BOKU-Gelände nach der Besetzung: mehrere LKWS und Bagger der BOKU entfernen alles, was zur Landwirtschaft gehört (Quelle: Die Grünen Floridsdorf)

 

 

Die ÖH BOKU distanziert sich von der Räumungsaktion und verurteilt jegliche Gewaltausübung“, heißt es in der Mitteilung der ÖH vom 26. April.

Auch Wolfgang Pirklhuber, Landwirtschaftsprecher der Grünen, teilt in einer Aussendung vom 26. April unmissverständlich mit: “Es ist für mich nicht nachvollziehbar, weshalb die Boku das Potential dieser engagierten Menschen nicht nutzen will und dieses Projekt einfach räumen lässt. Gerade im Bereich der Landwirtschaft brauchen wir dringend alternative Modelle. Die Boku sollte sich für mehr Forschung und nicht für das Zerstören von solchen Projekten stark machen.

Dass die Boku diese Flächen an die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) als Verwalterin des öffentlichen Gemeinguts zurückzugeben will, ist für uns Grüne eine fatale Fehlentscheidung” heißt es in der Pressemitteilung.

Pirklhuber führt aus:

Es wäre absurd, dieses fruchtbare Land zu verbauen. In Österreich beträgt der tägliche Verbrauch für Siedlungs- und Verkehrstätigkeit derzeit rund 15 Hektar. Damit geht permanent fruchtbares Land unwiederbringlich verloren, denn die Versiegelung der Böden ist nur schwer rückgängig zu machen. Aus diesem Grund teile ich die Beweggründe der BesetzerInnen durchaus. Diesen Boden für die regionale Selbstversorgung der Bevölkerung durch partizipative Modelle der Landwirtschaft retten zu wollen, ist ein unterstützenswertes Anliegen. Dass die Boku hier nicht auf Kommunikation, sondern auf die Räumung durch eine Sicherheitsfirma gesetzt hat, ist eine sehr bedauerliche Fehlentscheidung“.

Die Lüge des Rektorats der Universität für Bodenkultur, die Räumung sei “friedlich” verlaufen, widerlegte ein Video des Vorgehens der privaten Security-Firma Hel-Wacht. Der Mitschnitt der gewaltsamen Räumung wurde in Berichten im Standard und in der Jedlersdorfer Rundschau verlinkt.

Auch die Grünen in Floridsdorf fordern Dialog statt Gewalt:

Es braucht dringend einen Dialog zwischen der Grundstückseigentümerin BIG, der Boku als scheidender Mieterin, den BesetzerInnen, AnrainerInnen und der benachbarten Schule, die dieses Freigelände mitnutzt“, so Susanne Dietl, Klubobfrau der Grünen Floridsdorf, zur Räumung des Grünlandes in Groß-Jedlersdorf.

Im November letzten Jahres stellten die Grünen einen Antrag in der Bezirksvertretung, dass die Liegenschaft zukünftig partizipativ landwirtschaftlich genutzt werden soll. Dieser Antrag wurde von allen Fraktionen unterstützt und einstimmig von der Bezirksvertretung Floridsdorf beschlossen. Ich hoffe, auf eine rasche und friedliche Einigung im Sinne der Bevölkerung“, teilt Dietl mit.

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