Ein Buch braucht DICH! Spendenaufruf zur “Demonetarisierung”

demonetize-150x150Die Plattform demonetize.it versammelt AktivistInnen, AutorInnen und WissenschafterInnen aus aller Welt, die für Schritte zu einer Welt ohne Geld eintreten. Eine davon ist Kellia Ramares-Watson aus Oakland, Kalifornien.

Kellia will das erste populäre Buch zur „Welt ohne Geld“ schreiben: „Demonetization: Ending the Cult of Commodity“. Andreas Exner und einige andere wollen es früher oder später auf Deutsch übersetzen – unentgeltlich.

Kellia ist Radio- und Zeitungsjournalistin. Sie verbindet auf gekonnte Weise akademisches Wissen mit der Sprache des Alltags. Ihr Buch ist strategisch wichtig, um eine bessere Welt der Freiheit und des „Genug für Alle“ weiter voranzubringen – gegen die Krisen des Kapitalismus. Kellia braucht dafür Unterstützung. In einer Welt, die immer noch vom Geld dominiert wird, ist das zuerst mal … Geld.

Konkret belaufen sich die Kosten für Lebenshaltung für die Dauer der Buchproduktion auf etwa 2.500 USD bis Ende Juli. Darunter fällt vor allem der Kauf eines Hausbootes, der das Wohnproblem von Kellia und ihres Gatten auf Dauer lösen wird, da die Miete entfällt. Kellia und ihr Gatte müssen zudem aus der jetzigen Wohnung, die sie sich kaum leisten können und die ab Sommer teurer werden wird, ausziehen. Das Hausboot ist gefunden, die Hafengebühr dank Spenden bezahlt, nun ist mit Ende Juli der Kaufpreis fällig.

Kellia und ihr Gatte haben nur ein sehr geringes und schwankendes Einkommen – ebenso können wir nicht sicher sagen, wieviel Geld durch die Spendenkampagne hereinkommen wird. Wir gehen jedoch davon aus: Wenn jedeR etwa 70 EUR spendet, und ca. 20 Leute insgesamt beitragen, so ergibt das 1.400 EUR, das sind umgerechnet ca. 1.800 USD, dann fehlen noch 400 EUR, die jedenfalls von Kellia und ihrem Gatten aufgebracht werden können. Falls die Einkünfte von Kellia und ihrem Gatten unter der Erwartung bleiben, muss der Rest durch überproportionale „Notreserven“ einzelner SpenderInnen gedeckt werden, die wahrscheinlich locker zu machen sind.

Kellias Artikel im Standard, den Andreas Exner übersetzt hat, gibt einen Vorgeschmack: http://derstandard.at/1342139050994/Geld-raubt-Leben-und-schraenkt-unsere-Freiheit-ein

Weitere Infos, die das Projekt näher beschreiben, finden sich hier: http://endingthecultbook.wordpress.com/

Spenden bitte direkt an Kellia via paypal (als „Spende“), wenn möglich unter Übernahme der Transferkosten (im Bereich von einigen EUR), und mit Info an andreas.exner ÄT aon.at

Kellias paypal account lautet theendofmoney ÄT gmail.com

Die SpenderInnen sind die materielle Basis des Buches, sie erhalten ein Freiexemplar.

Ich hoffe sehr, dass ihr zumindest einen kleinen Beitrag spenden könnt.

Es geht um eine Perspektive der Befreiung!

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Solidarisch Landwirtschaften! (SoliLa!) bleibt! – Bitte Petition rasch unterzeichnen!

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In Wien ist 2012 eine spannende Initiative namens “Solidarische Landwirtschaft” (SoliLa) entstanden, die von der Kritischen & Solidarischen Universität verbunden war und ist. Nachdem die Universität für Bodenkultur (BOKU) sie brutal von der von der BOKU nicht mehr genutzten Fläche in Jedlersdorf durch den eigenen (Un)Sicherheitsdienst vertrieben hat, ist SoliLa nach wie vor auf Flächensuche.

Nun hat SoliLa erneut eine brache Ackerfläche, die unnötigerweise für Wohnungen verbaut werden soll, im Wiener Stadtteil Donaufeld besetzt und zu bewirtschaften begonnen. (Es gibt ausreichend Wohnraum, allerdings haben die Menschen, die ihn brauchen, mangels Zahlungsfähigkeit keinen Zugang.)

Diesmal will die Stadt Wien SoliLa vertreiben, jene Stadt, die zugleich großmundig “Gemeinschaftsgärten” mit Lappalien fördert und sich ein grünes Mäntelchen umhängen will. Dagegen müssen wir uns wehren. Die Initiative “Bodenfreikauf” unterstützt daher die Petition der SoliLa: Alternative Landwirtschaft gegen Flächenversiegelung, autoritäre Stadtentwicklung und Supermärkte!

Bitte unterschreibt rasch! Gegen die drohende Räumung durch eine unverantwortliche Stadtregierung, die kein Zeichen der Zeit erkennt, weder Peak Oil noch Peak Soil!

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Solidarisch Landwirtschaften! (SoliLa!) bleibt!

Unterstützungserklärung unterzeichnen: https://www.openpetition.de/petition/online/solidarisch-landwirtschaften-solila-bleibt

Seit 4. Mai besetzen ca. 100 Landlose, Studierende und Aktivist*innen einen Hektar brach liegendes, fruchtbares Land im Donaufeld, Drygalskiweg 49, Wien Floridsdorf, um eine Solidarische Landwirtschaft aufzubauen. Diese als Bausperrgebiet gewidmete Fläche befindet sich im Eigentum des Wiener Wohnfonds und ist als fruchtbares und ehemals landwirtschaftlich genutztes Land massiv von Verbauung bedroht.

Wir unterstützen SoliLa!, in ihrem Einsatz für Ernährungssouveränität und eine alternative Stadtgestaltung, sowie die Forderung nach leistbarem, würdigem Wohnen für alle, ohne fruchtbare Böden zu versiegeln.
Wir sind gegen eine Räumung der besetzten Fläche.

Begründung:

Wir kritisieren

1) die Versiegelung von landwirtschaftlichen Flächen und fruchtbaren Böden

– In Wien gingen zwischen 1999 und 2010 bereits 20 % der landwirtschaftlichen Flächen verloren.
– Täglich gehen in Österreich 20 Hektar landwirtschaftliche Fläche unwiederbringlich als Bau- und Verkehrsflächen verloren.
– Es ist absurd, in Zeiten der Vielfachkrise, sowie von „peak oil“ und „peak soil“ fruchtbares Land immer weiter zu verbauen und spekulativen Interessen zuzuführen.

2) Höfesterben und Landkonzentration

– Die Zahl der Bäuer*innenhöfe in Wien verringerte sich zwischen 1995 und 2010 drastisch von rund 1.200 auf etwa 550 Höfe. Bei den aufgegebenen Höfen handelt es sich zum großen Teil um kleine und mittlere Betriebe: 68% der Höfe hatten weniger als 5 Hektar Fläche
– Diese Dynamik zeigt sich derzeit europaweit: 3 % der landwirtschaftlichen Betriebe in der EU kontrollieren rund 50% der landwirtschaftlichen Flächen. Eine ähnliche Landkonzentration findet sich auf den Philippinen oder in Kolumbien.
Diese Entwicklungen verschärfen sich immer weiter.

3) Spekulation und Delogierungen in Wien

– Die aktuelle Studie von Immobilien.net spricht für sich selbst: „Die Nachfrage nach unbebauten Grundstücken ist alleine seit Beginn 2011 um knapp ein Viertel gestiegen. (…). Der Trend zur “Grünen Wiese” als Spekulationsobjekt hat auch die Preise stark ansteigen lassen. Österreichweit verteuerten sich Grundstücke in den vergangenen fünf Jahren im Durchschnitt um knapp 22 Prozent auf 105 Euro pro Quadratmeter.“
– In Wien stehen derzeit 80.000 Wohnungen, 30 % der Büroflächen leer, nicht zuletzt bedingt durch Immobilienspekulation.
– Zugleich wurden allein im Jahr 2012 rund 2.600 Haushalte zwangsgeräumt. Etwa 1.000 Fälle davon betrafen Gemeindebauwohnungen.

4) Die elitäre und exklusive Stadtentwicklung im Interesse von Wenigen bei gleichzeitigem Ausschluss der Betroffenen. Wenige finanzkräftige Akteure, „Experten“ und Eliten bestimmen derzeit über zentrale demokratische Fragen, welche die Zukunft unserer Stadt festlegen. Den aktuell und zukünftig Betroffenen wird jegliches Mitspracherecht genommen.

5) Dass gleichzeitig der Zugriff auf enorme Flächen in anderen Ländern steigt (zB Landgrabbing, Spekulation, aber auch für die Aufrechterhaltung nicht nachhaltiger Lebensweisen). Auf diesen Flächen werden zB Nahrungsmittel, Futtermittel, Agrartreibstoffe und Ressourcen für Wien produziert bzw. abgebaut. Das verschärft globale Land- und Ressourcenkonflikte immer weiter.

Alle diese Entwicklungen stehen in einem Zusammenhang und veranschaulichen deutlich die Krise des aktuellen Entwicklungsmodells, welches die akuelle Vielfachkrise (Ernährung, Klima, Finanz, Energie, …) immer weiter vertieft.

Deshalb treten wir ein,
– das besetzte Land für eine landwirtschaftliche Nutzung zu erhalten bzw. wieder aufzunehmen.
– eine selbstbestimmte, solidarische, bedürfnisorientierte und lokale Landwirtschaft aufzubauen, über die Menschen mit gesunden und ökologisch nachhaltigen Lebensmitteln versorgt werden können. Denn dies ist eine wichtige Antwort auf die ökologische und soziale Krise.
– dafür, dass Land als öffentliches Gut behandelt wird. Land ist keine Ware, es braucht eine nachhaltige, demokratische Nutzung. Von besonderer Bedeutung ist weiters die Erleichterung des Zugang zu Land für jene die es bewirtschaften (wollen), insbesondere für junge Menschen, die über wenig finanzielle Ressourcen verfügen.
– einen Ort zu schaffen, der den Austausch und die Weitergabe von Wissen ermöglicht und der allen Menschen offen steht, die sich aktiv an diesem Projekt auf Augenhöhe beteiligen wollen.
– für das Menschenrecht auf Zugang zu leistbarem und würdigem Wohnen für alle und eine Wohnpolitik, die nicht auf Kosten der fruchtbarsten Böden geht.
– für eine demokratische und emanzipatorische Stadtgestaltung und -entwicklung. Gerade in der Krise der Demokratie brauchen wir freie, selbstbestimmte und solidarische Räume, in denen Demokratie neu gelebt werden kann und Menschen auf Augenhöhe zusammenleben und -arbeiten können.
– weil dieses Projekt gerade in Wien eine wichtige und zukunftsweisende Form der Landnutzung ist. Land ist Gemeingut und die sozial und ökologisch nachhaltige Bewirtschaftung ist eine zentrale Zukunftsperspektive. Dafür braucht es eine gesellschaftliche Wende, für die Projekte wie SoliLa einen wichtigen Beitrag leisten.
– weil es emanzipatorische und kreative Ansätze in Bildung, Forschung und Lehre, sowie im politischen und sozialen Zusammenleben und im Verhältnis zur Natur braucht.
– Für das Recht auf Stadt und für Ernährungssouveränität!
– gemeinsam mit vielen anderen emanzipatorischen Kräften für eine Gesellschaft ohne Unterdrückung und Ausbeutung zu ermöglichen.

Im Namen aller Unterzeichner.

Wien, 07.05.2013 (aktiv bis 06.11.2013)

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Land denen, die es bewirtschaften (wollen)

[PR-Aussendung via http://17april.blogsport.eu/]

Recht auf Stadt- für eine demokratische Stadtgestaltung

Wien: Studierende, Aktivist*innen und Landlose beginnen mit dem Aufbau einer solidarischen Stadtlandwirtschaft und nehmen Stadtplanung selbst in die Hand.

Seit Samstag, den 4. Mai, besetzen ca. 100 Landlose, Studierende und Aktivist*innen eine Brachfläche im Donaufeld, Wien Floridsdorf, die dem Wohnfonds Wien gehört.

„Hier soll fruchtbares Land, das über Jahrzehnte von kleinen Gärtnereien bewirtschaftet wurde, verbaut werden. Der Aufbau einer lokalen solidarischen Landwirtschaft ist unser Gegenentwurf zur derzeitigen Stadtplanung“, so Jana, landlose Gärtnerin.

Die von den Besetzer*innen gegründete Initiative „Solidarisch Landwirtschaften!“, kurz SoliLa!, kritisiert, dass es gerade in Zeiten von „peak oil“ und „peak soil“ absurd ist, fruchtbares Land immer weiter zu verbauen. Die Landwirtschaft in Wien, wie auch in ländlichen Gebieten, ist zunehmend von zwei Tendenzen betroffen: die Versiegelung von landwirtschaftlichen Flächen sowie Höfesterben und Landkonzentration.

Täglich gehen in Österreich 20 Hektar landwirtschaftliche Fläche unwiederbringlich als Bau- und Verkehrsflächen verloren. Für Wien wird das an dem Verlust von 20% der landwirtschaftlichen Flächen zwischen 1999 und 2010 sichtbar. Die Zahl der Bäuer_innenhöfe in Wien verringerte sich zwischen 1995 und 2010 drastisch von rund 1.200 auf etwa 550 Höfe. Bei den geschlossenen Höfen handelt es sich zum großen Teil um kleine und mittlere Betriebe: 68% der Höfe hatte weniger als 5 Hektar Fläche.

Europaweit zeigt sich die gleiche Tendenz. Eine kürzlich veröffentlichte Studie dokumentiert, dass lediglich 3 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in der EU rund 50% der landwirtschaftlichen Flächen kontrollieren. Diese Landkonzentration wird durch das System der Agrarsubventionen je nach Fläche letztendlich durch staatliche Gelder gefördert und vorangetrieben.

Auch die Wiener Landwirtschaft wird immer weiter Richtung Profitmaximierung gedrängt, in welcher nur noch die wettbewerbsfähigsten Betriebe erhalten werden sollen. Dies wird im agrarstrukturellen Entwicklungsplan festgeschrieben. Während große zusammenhängende landwirtschaftliche Flächen an den Rändern der Stadt für die landwirtschaftliche Nutzung geschützt werden sollen, sind kleinere und nicht zusammenhängende Flächen in zentralerer Lage als Pufferzone für Bauvorhaben vorgesehen. Damit wird letztendlich die Versiegelung von fruchtbaren Böden wie im Donaufeld vorangetrieben. Dieser Entwicklung stellt sich SoliLa! entgegen und zeigt eine Alternative auf.

WOHNPOLITIK OHNE FRUCHTBARE BÖDEN ZU VERSIEGELN

Die Eigentümerin der Fläche ist der Wohnfonds Wien, ehemals „Flächenbereitstellungsfond“. Seine Aufgabe ist es, Flächen anzukaufen um sie für Wohnbauträger bereit zu stellen. Seit 2004 baut die Stadt Wien selbst keine Gemeindewohnungen mehr. Stattdessen wurde zu einer Politik der Subventionierung von Wohnbauträgern übergegangen.

„Die Besetzung richtet sich nicht gegen leistbares Wohnen. Ganz im Gegenteil wollen wir die Frage stellen, wie leistbares Wohnen für alle möglich sein kann ohne dabei fruchtbare Böden zu versiegeln. Der steigende Bedarf an Wohnraum steht einem Leerstand von bis zu 80.000 Wohnungen sowie weiteren tausenden Büros gegenüber“, meint Markus, BOKU-Student und Recht auf Stadt-Aktivist.

Parallel zur Spekulation mit Leerstand finden jährlich tausende Delogierungen in Wien statt. Rund 2.600 Haushalte wurden allein im Jahr 2012 zwangsgeräumt. Etwa 1.000 Fälle davon betrafen Gemeindebauwohnungen. „Von einer sozialen Wohnpolitik kann somit nicht mehr gesprochen werden“, so eine Aktivistin.

Profitorientierte Wohnungspolitik hat nicht nur erzwungenen Leerstand zur Folge, sondern auch die Versiegelung landwirtschaftlicher Fläche für immer weitere Bauvorhaben. Aus diesem Grund fordert SoliLa! als Teil des Netzwerks „Recht auf Stadt“ nicht nur Zugang zu Land für jene die es bewirtschaften (wollen), sondern auch Zugang zu leistbarem Wohnraum für alle.

„Es braucht demokratische Entscheidungsstrukturen über Stadtplanung. Nachbar*innen und Initiativen wurden in die Stadtentwicklungspläne fürs Donaufeld bisher nicht einbezogen“, so eine Nachbarin.

Die Initiative SoliLa! möchte das besetzte Land als landwirtschaftliche Fläche erhalten und eine bedürfnisorientierte, kleinstrukturierte, nachhaltige Lebensmittelproduktion umsetzen. Die vielen beteiligten Menschen arbeiten seit dem 4.Mai gemeinsam an der nachhaltigen Kultivierung des Bodens und laden Nachbar*innen und Interessierte herzlich dazu ein, mitzuwirken.

Für Recht auf Stadt und Ernährungssouveränität!

Nähere Informationen:

Info- und Pressetelefon: 0681/ 811 900 65
Web: 17april.blogsport.eu
Email: schwarzerettich@riseup.net

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We demand our rights! Gleiche Rechte für alle! – Demo 16.2., Wien

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DEMONSTRATIONSAUFRUF FÜR DEN 16.2., Wien – CALL FOR PROTEST 16.2., Vienna

Mit dem Marsch von Traiskirchen begannen die Flüchtlinge selbst für ihre Rechte zu kämpfen. Sie haben sich nicht einschüchtern lassen, weder von Medienhetze, Drohungen des Innenministeriums, noch von der Kälte. Sie sind vor Krieg, Umweltzerstörung und Armut geflohen. Trotzdem werden sie hier unterdrückt: Sie dürfen nicht arbeiten, haben kaum Zugan zu Bildung und werden in Lagern wie in Gefängnissen gehalten.

AsylwerberInnen werden selbst die grundlegensten Rechte verwehrt. Ihre Rechtlosigkeit trifft uns alle: Sie werden von Unternehmen missbraucht- als illegale Arbeitskräfte und LohndrückerInnen. AsylwerberInnen sind nicht schuld an sozialen Problemen – Sie werden aber von der Politik zu Sündenböcken, echte Lösungen werden durch rassistische Blendungen blockiert.

Wir wollen auf internationaler Ebene auf diesen Missstand aufmerksam machen. Jedes Jahr sterben Tausende beim Versuch nach Europa zu gelangen. Die EU hat das Budget der Anti-Flüchtlings Grenzschutzorganisation Frontex in den letzten Jahren verzehnfacht. – Während die brutale Sparpolitik der Mitgliedsstaaten Menschen zu tausenden in den Selbstmord treibt. Am 16.02. demonstrieren wir. In Solidarität mit den kämpfenden Flüchtlinge in Österreich und dem Rest der Welt. Wir stellen dem Rassismus und der rechten Hetze internationale Solidarität entgegen. Nur, wenn wir alle gleiche Rechte haben, können soziale Probleme gelöst werden. Komm auch du zur Demo! Bring deine Familie, deine FreundInnen, deine KollegInnen mit! Gleiche Rechte für uns alle!

★ Solidarität mit der Flüchtlingsbewegung!
★ Schluss mit der Repression!
★ Zugang zum Arbeitsmarkt für AsylwerberInnen!

Flüchtlingsprotest Wien
http://refugeecampvienna.noblogs.org/

* ENGLISH * —————————————————

We demand our rights!

Starting with march from Traiskirchen to Vienna, the refugees themselves began to fight for their rights. Neither the agitation by the media, nor threats by the ministry of internal affairs nor the bitter cold could intimidate them. They fled from war, environmental disaster and poverty.

Here, they still face oppression: They are not allowed to work, hardly have access to education and are kept like prisoners. Asylum seekers are denied the right to basic rights. Their lack of rights affects us all: Corporations abuse them as illegal work force in order to lower wages. Asylum seekers are not to blame for social issues and injustices. They are used by politicians as scapegoats, racist policies divert from real solutions to social problems.

We try to draw attention to this problem on an international scale. Each and every year, thousands of refugees die trying to flee to europe. The EU increased the budget of the anti-refugee border protection organisation Frontex tenfold – while savage austerity cuts in the member states are driving people to suicide by the thousands. On Februray 16th, we protest. In solidarity with the refugees in Austria and in the rest of the world. We make a stand against racism and right wing agitation with our international solidarity. Social problems can only be solved when we all have equal rights. Join the demonstration! Bring your family, friends and collegues! Equal rights for us all!

★ Solidarity with the Refugee Movement!
★ Stop repression!
★ Right to work for asylum seekers!

Refugee Protest Camp Vienna
http://refugeecampvienna.noblogs.org/

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Kongress Solidarische Ökonomie: 22.-24. Februar 2013, Wien. Themen-Schiene “Demonetarisierung”, hostet by krisu und demonetize.it

Vom 22. bis 24. Februar 2013 findet der Solidarische Ökonomie Kongress in Wien in der Universität für Bodenkultur statt. In 100 Veranstaltungen wird eine breite Palette von Themen angeboten. Eine Gruppe von Workshop-Anbieter*innen hat sich zur Themen-Schiene »Demonetarisierung« zusammengeschlossen. Sie ersetzt die “Winter School Solidarische Ökonomie” der beiden letzten Jahre, die Krisu zusammen mit dem ÖIE Kärnten organisiert hatte.

Die Demonetize-Veranstalter*innen haben folgenden Text zum Kongress formuliert:

Das Verhältnis von Solidarischer Ökonomie zum Geld ist unklar. Viele Ansätze zur Veränderung der herrschenden Wirtschaftsstrukturen sehen Geld und Warentausch nach wie vor als elementare Formen wirtschaftlicher Beziehungen. Doch mehren sich die Perspektiven, die das Geld grundsätzlich kritisieren und überwinden wollen, weil es Solidarität verhindert und Herrschaftsbeziehungen fördert. Die Schiene bietet Einblick in eine Reihe von verschiedenen Zugängen zu Kritik des Geldes, seiner Voraussetzungen und Folgen. Dies schließt Ansätze ein, die eine Welt ohne Geld vorstellbar machen wollen.

Gewidmet Walther Schütz, dem unermüdlichen Aktivisten für eine Welt selbstorganisierter Kooperation / hosted by krisu und demonetize.it

Nachfolgend die Liste der Veranstaltungen aus dieser Schiene.

Freitag, 22.2.

16:00 Uhr

18:00 Uhr

Samstag, 23.2.

10:00 Uhr

12:00 Uhr

16:00 Uhr

18:00 Uhr

Sonntag

11:00 Uhr

  • Vernetzungsplenum für alle an der Demonetarisierung interessierte Menschen
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Unterstützungserklärung für die Geflüchteten unterzeichnen!

Erklärung zur Unterstützung der protestierenden Flüchtlinge

http://refugeecampvienna.noblogs.org/support/petition/

Flüchtlinge sind am 24. November von Traiskirchen nach Wien marschiert, um auf ihre politische Anliegen aufmerksam zu machen. Seit Samstagabend haben sie ein Protestlager im Sigmund-Freud-Park errichtet. Im Zentrum der Bundeshauptstadt ergreifen sie das Wort, um endlich für sich selbst zu sprechen.

Mit ihrer Initiative machen sie darauf aufmerksam, dass im Asylverfahren sowie im System der Grundversorgung große Mängel herrschen. Obwohl sie einen prekären legalen Status haben und von Abschiebung bedroht sind, kämpfen sie für ihre grundlegenden Menschenrechte. Sie protestieren gegen undurchschaubare Asylverfahren, verschärfte Gesetze und erheben folgende Forderungen für menschenwürdige Lebensbedingungen:

In Bezug auf die Verbesserungen im Asylverfahren fordern sie eine bessere Qualifikation der DolmetscherInnen, Zugang zu Informationen und Rechtsberatung in ihrer Sprache, eine raschere Verfahrensabwicklung, die Anerkennung des Flüchtlingsstatus und das Recht auf Familienzusammenführung. Sie sind gegen die Überstellungen in isolierte Unterkünfte und sagen Nein zu Abschiebungen.

Darüber hinaus fordern sie den Zugang zum Arbeitsmarkt während des Asylverfahrensprozesses.

Für die Verbesserung des Grundversorgungssystems fordern sie besseren Zugang zur Gesundheitsversorgung, die Begleitung durch DolmetscherInnen bei Arztbesuchen, ausreichendes und gesundes Essen, bessere Arbeitsbedingungen in Traiskirchen, den Schulbesuch für Kinder in regulären, österreichischen Schulen, Zugang zu modernen Kommunikationsmitteln (Internet, internationale Fernsehsender etc.) und mehr Angebote an deutschen Sprachkursen und beruflicher Ausbildung.

Wir möchten mit dieser Erklärung dazu beitragen, breite Unterstützung für die Forderungen der Flüchtlinge anzuregen. Wir solidarisieren uns ausdrücklich mit ihrem Akt der Zivilcourage und ihrem Kampf für mehr Rechte und Demokratie.

UNTERZEICHNEN HIER

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Solidarische Gesundheitsuniversitäten statt private Medizin-Ausbildung

[via Solidarisch G’sund]

Ein Wettlauf zur Errichtung von privaten Medizin-Universitäten hat in ganz Österreich eingesetzt, berichtet die Kärntner Tageszeitung vom 20.6.2012. Projekte gäbe es in Salzburg, Krems und auch in Klagenfurt. Erste Genehmigungen würden im Herbst beantragt.

Man will also die fortschreitende Privatisierung des immer noch teilweise öffentlichen Gesundheits- und Bildungswesens beschleunigen. Mit mindestens 12.000 Euro Studiengebühren in Krems und 18.000 bis 20.000 Euro in Klagenfurt sind die geplanten privaten Unis ganz offensichtlich den Reichen vorbehalten. Das Land Kärnten will maximal 10.000 Euro pro Jahr für Kinder von „Normalverdienenden“, wie es heißt, bezuschussen. Bleiben also 8.000 bis 10.000 Euro pro Jahr, die ein „Normalverdiener“ zu berappen hat. Solche „Normalverdiener“ müssten allerdings schon Gutverdiener sein, um im Spiel der selbst erklärten Elite der Vermögenden noch mitzumischen oder sich verschulden zu können.

Wozu das Ganze eigentlich?

Wenn die öffentlichen Universitäten nicht den Standards medizinischer Ausbildung entsprechen, dann wäre das ein schwerer Missstand, der durch Investitionen in die öffentlichen Universitäten zu beheben ist, nicht aber durch die Förderung von Privatunis. Wenn die öffentlichen Universitäten jedoch eine Ausbildung auf dem Stand des Wissens ermöglichen, dann sind private Unis erst recht unnötig.

Dennoch: Könnte es einem nicht egal sein, was die Reichen treiben? Ist es von Bedeutung, ob es private Medizin-Unis gibt oder nicht? In der Tat, dies hat erhebliche Konsequenzen. Erstens finanziert der Staat (bundesweit oder über die Landesregierungen) Privatunis zum Teil, die folglich so „privat“ gar nicht sind, wie sie selbst vorgeben. Sie sollen vor allem auf dem Rücken derjenigen Steuerzahler florieren, die vom Zugang ausgeschlossen sind, weil er zu teuer ist. Das Land Kärnten etwa will sich mit einer Anschubfinanzierung von rund zwölf Millionen Euro beteiligen. Das ist nicht gerade wenig. Angeblich soll es auch Bundesstipendien geben für jene, die keine reichen Eltern haben. Der Staat würde also sogar noch die Nachfrage nach den teuren Privatunis subventionieren. Und ein Hörsaaltrakt soll auf dem Gelände des LKH Klagenfurt entstehen, ein Privatsaal auf einer öffentlichen Fläche also.

Zweitens bilden private Medizin-Unis aller Voraussicht nach vor allem Mediziner aus, die in Privat-Kliniken tätig sein werden, wo die Patientinnen zahlungskräftiger sind und daher der Status der Ärzte wie auch ihr Einkommen höher. Die Existenz von Privat-Kliniken aber unterhöhlt das öffentliche Gesundheitswesen weiter. Denn Privat-Kliniken werden über Privat-Vermögen und Privat-Versicherungen finanziert. Was den privaten Versicherungen zugeht, entgeht der solidarisch organisierten Sozialversicherung. Die Ärzte, die durch höhere Einkommen und höheren Status in den Privat-Kliniken angezogen werden, werden von den öffentlichen Spitälern abgezogen. Die Tendenz wäre ein Brain Drain und die finanzielle Aushungerung der öffentlichen Einrichtungen. Dies hat schon in der Vergangenheit häufig dazu gedient, erneute Kürzungen öffentlicher Dienstleistungen zu rechtfertigen und die Qualität der öffentlichen Einrichtungen weiter zu verschlechtern.

Drittens ist der Grund für private Medizin-Unis nicht die Sorge um die Gesundheit. Die Einrichtung privater Medizin-Unis soll vielmehr den sozialen Status der Ärztinnen sichern, indem man sich gegen die „Normalverdienenden“ abschottet. Sie soll zudem den sozialen Status der reichen Patienten sichern, den sie nur zur Schau tragen können, wenn sie auch im Alter oder wenn sie sonst Gesundheitsfürsorge brauchen, von den Ärmeren getrennt leben können. Ein hoher sozialer Status, wie er in sozial ungleichen Gesellschaften existiert, beruht immer auf dem mehr oder weniger gewalttätigen Ausschluss derjenigen, auf denen der hohe soziale Status beruht: also von allen, die weniger verdienen als die selbst erklärte Elite. Dem dient die Einrichtung von privaten Medizin-Unis letztlich.

Dies widerspricht viertens dem Menschenrecht auf Gesundheit. Dieses Menschenrecht, das im UN-Sozialpakt völkerrechtlich verbindlich festgelegt und von Österreich rechtskräftig unterzeichnet worden ist, schreibt fest, dass allen der bestmögliche Gesundheitszustand garantiert sein muss. Dies hat unabhängig von Wirtschaftswachstum oder ähnlichen Konditionen zu geschehen und muss unter dem maximalen Einsatz der verfügbaren Ressourcen geschehen. Wenn die privaten Medizin-Unis eine bessere Ausbildung zur Verfügung stellen, so wird das Menschenrecht auf Gesundheit also verletzt. Nur ein Teil der Ärzte erhält die bestmögliche Ausbildung und daher auch nur ein Teil der Patientinnen die bestmögliche Gesundheitsbetreuung. Sofern die Privat-Unis jedoch keine bessere Ausbildung zur Verfügung stellen, so fragt sich in gleicher Weise, warum die ärmeren Menschen dies mit ihren Steuern finanzieren sollen.

Gegen Privatisierung bedeutet nicht pro Status Quo

Wer gegen private Medizin-Unis ist, verteidigt jedoch nicht automatisch das bestehende staatliche Universitätssystem. Denn dieses ist ebenfalls von Zugangsbeschränkungen betroffen. Diese werden bislang weniger über das Einkommen und mehr über bürokratische Tests, deren Sinnhaftigkeit mehr als fraglich scheint, erzwungen. Zudem verschärfen sie den drohenden Ärztemangel. Darüberhinaus hat die kapitalistische Wirtschaft längst schon ihre Arme tief in die öffentlichen Strukturen eingesenkt. Die medizinische Forschung ist in vielen Aspekten vermutlich nur mehr in eingeschränktem Sinne als objektiv und also mit Vorbehalt weiterhin als eine Wissenschaft zu bezeichnen. Wenn vor allem kapitalistische Pharmakonzerne und Gerätehersteller bestimmen, was geforscht wird, so hat das weder mit Wissenschaft noch mit dem Streben nach bestmöglicher Gesundheit zu tun. Hier geht es vielmehr um Profit, und das ist etwas ganz anderes.

Auch die Ausbildung der Ärztinnen lässt zu wünschen übrig. Soziale Kompetenzen werden kaum vermittelt und eine große Zahl des hochqualifizierten medizinischen Personals strebt wohl schlicht nach hohen Einkommen als danach, anderen zu helfen. Solcherart sozialisierte Ärzte sind also eine durchaus ambivalente soziale Gruppe. Slowenien etwa besaß im Rahmen der jugoslawischen Bundesrepublik, anders als Österreich, ein vollständig öffentliches und von der WHO als vorbildlich bewertetes Gesundheitswesen. Die slowenische Ärzteschaft war eine jener Gruppen, die am schärfsten für eine Privatisierung des Gesundheitswesens eintrat.

Wo sich Status nicht an persönlichem Verdienst, an dem Dienst am Menschen und nach kooperativen Fähigkeiten bemisst, sondern an der Größe von Einkommen (und das muss er, sobald Einkommensungleichheit besteht), steht das Streben nach hohem Status einer guten medizinischen Ausbildung entgegen.

Ein solidarisches Gesundheitswesen muss plural sein

Dazu kommt schließlich, dass die Medizin, mehr als alle anderen Wissenschaften, eine Erfahrungswissenschaft darstellt. Das Wissen über den Menschen und seine Gesundheit ist sicherlich sehr begrenzt. Was zählt ist allein der Erfolg der Heilung oder einer Linderung. Die Medizin tendiert daher zu einer wildwüchsigen Methodenvielfalt: „Was heilt, ist richtig“, so kann man ihre Logik auf den Punkt bringen.

Daraus erklärt sich zu einem großen Teil die real vorfindliche Vielfalt der medizinischen Methoden und Philosophien. Anders als etwa die moderne Physik, worin eine Theorie entweder gilt oder nicht gilt, zeichnet sich die Lehre von der Heilung durch eine enorme Spannbreite schon der Zugänge zum Menschen aus: von der Traditionellen Chinesischen Medizin, die fraglos in hohem Grade heilwirksam ist, jedoch in keiner Weise naturwissenschaftlich arbeitet, über Homöopathie und Psychosomatik bis zur Schulmedizin.

Diese Methodenvielfalt nun hat nur in äußerst eingeschränkter Weise einen Platz im öffentlichen Bildungssystem. Ein Missstand, der nicht nur zum Schaden der Patientinnen gereicht, die je unterschiedlich auf verschiedene Ansätze reagieren, sondern auch nicht rational begründet werden kann. Die Ausweitung von Ansätzen, die nicht zur Schulmedizin gehören selbst in ansonsten schulmedizinischen Arztpraxen bezeugt diesen Sachverhalt. Wieviele Haus- und Fachärzte bieten heute bereits Akupunktur oder Homöopathie an?

Der Wissenschaftsphilosoph Paul Feyerabend folgerte: Wenn es keine einzige objektiv begründbare wissenschaftliche Methodik gibt, was er anhand der Physik zeigte, kann es auch kein „Wissenschaftsmonopol“ mehr geben. Praktisch gesprochen hat die Allgemeinheit dann eben eine Vielfalt an Methoden gleichermaßen zu fördern und den Wettstreit der Argumente und die wechselseitige Befruchtung und Korrektur zu unterstützen.

Eine Demokratisierung der Medizin tut Not

Dies muss zu einer Demokratisierung der medizinischen Ausbildung im Speziellen und der Universitäten im Allgemeinen führen. Erstens im Verhältnis zwischen Wissenschaft und Alltagswissen, das sich auf einer Kooperation auf Augenhöhe gründen muss und nicht auf einem Kontrollanspruch der Wissenschaft. Zweitens innerhalb der Wissenschaft selbst. Das  bedeutet nicht nur, dass der Kapitalismus aus der Medizin gedrängt und folglich überhaupt überwunden werden muss. Dies bedeutet ebenso, dass man die Vielfalt der Methoden wertzuschätzen lernt anstatt eine einzige mit fadenscheinigen Argumenten (wenn überhaupt mit Argumenten) faktisch zum Deutungsmonopol zu erklären.

Eine solche Demokratisierung würde auch zu einer Zurückdrängung der medizinischen Institutionen führen. Sie disziplinieren und kontrollieren inzwischen vom Mutterleib bis zum Tod das gesamte menschliche Leben und er ersticken es damit. Ganz praktisch zeigt sich das etwa in der Medizinalisierung der Geburt. Sie ist zwar keine Krankheit, sollte laut gegenwärtigem schulmedizinischem Mainstream jedoch grundsätzlich in Krankenhäusern stattfinden. Dieser Zugang erinnert an die Meinung der 1970er Jahre, Menschen mit schweren geistigen Behinderungen wären am Besten in der Psychiatrie aufgehoben – was in Österreich vielfach der Fall war und bei den von der Gesellschaft behinderten Menschen erst zu Krankheitsbildern führte.

Wie die WHO nachweist, ist das Risiko bei Krankenhausgeburten höher als bei Hausgeburten. Dennoch steigt auch in Österreich die Rate von Kaiserschnitten im Schnitt. Zugleich wird die schwache Renaissance weiblichen Geburtswissens, das mit der Frauenbewegung in den 1970er Jahren einsetzte, wieder zurückgeschlagen, um es auf dem Stand der neuzeitlichen Enteignung der Frauen durch die „Medizin-Männer“ zu halten und letztlich restlos auszulöschen. Hebammen werden nun wieder aus manchen Krankenhäusern gedrängt oder, wenn sie frei praktizieren und Hausgeburten betreuen, immer wieder mit Klagen zur Passivität verdammt und an der Ausübung ihres Berufs gehindert.

Die Einrichtung privater Medizin-Unis kann eine Verbesserung in all diesen Bereichen nicht nur nicht erreichen. Sie würde vielmehr den in eine falsche Richtung fahrenden Zug der Privatisierung des Lebens beschleunigt fortsetzen.

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Walther Schütz – Einer der bedeutendsten Aktivisten und Gesellschaftskritiker Kärntens ist von uns gegangen!

Walther Schütz“Ein gutes Leben bedeutet, den Kapitalismus zu verlernen”

Walther Schütz war einer der liebenswürdigsten, bescheidensten, ernsthaftesten und lustigsten Menschen, die ich in meinem Leben kennengelernt habe. Er war an einer tief gehenden Analyse menschlicher und gesellschaftlicher Verhältnisse interessiert, um das von Menschen gemachte Leid in der Welt bekämpfen zu können. Walther war mit dem Bündnis für eine Welt ein aktivistisches Zentrum in Kärnten, gemeinsam mit seiner Kollegin Eva Aichholzer, seiner Frau Reinhilde Schütz, dem gesellschaftskritischen Kreis Kärnöl, der Öffentlichkeitsarbeit in Schulen und an der Universität verband er philosophische Analyse in ihrer marxistischen und geldkritischen Dimension in einer verständlichen Sprache mit dem alltäglichen Unglück von Menschen in Arbeit und privatem Leben. Leidenschaftlich interessiert an der Verknüpfung von unterschiedlichen aktivistischen und emanzipatorischen Feldern in Kärnten wie den sozialen Bewegungen, der Gewerkschaft, religiösen Kreisen, Tauschkreisen, alternativen und ökologischen Bewegungen, solidarischer Ökonomie, dem bedingungslosen Grundeinkommen, dem Bekämpfen von Privatisierungen von Wasser und den strukturellen Bedingungen von Entwicklungszusammenarbeit lenkte er die Aufmerksamkeit auf die Tiefenstrukturen unserer gesellschaftlichen Organisierung rund um erbarmungslose Kapitalvermehrung. Kapital, Mehrwert, das Geld, das auf unseren Bankkonten liegt, entsteht durch unbezahlte Mehrarbeit von Milliarden von Menschen weltweit, deren Arbeitskraft und Arbeitszeit ausgebeutet werden muss, damit es zu Profit kommt. Gemäß dieser geldkritischen Position gibt es kein „reines Geld“, denn solange Geld und die Wirtschaft wächst, tut sie das durch das „Betrügen“ von arbeitenden Menschen um ihre unbezahlte Arbeitszeit. Die Zerstörung der Illusion eines „unschuldigen Kapitalismus“, einer „hilfreichen Wirtschaft“, eines „geht’s der Wirtschaft gut, geht’s uns allen gut!“ um einer ernsthaften alternativen gesellschaftlichen Organisierung Platz zu machen, war der Lebenswunsch von Walther Schütz. Eines jener Bilder, die sich immer wieder in den didaktischen Materialen von Walther fanden ist jenes von Alexis Sorbas‘ Befreiung vom Kapitalismus:


“Hey, Boss! Hast Du schon erlebt,
dass etwas so bildschön zusammenkracht?“

Lieber Walther, wir vermissen Dich entsetzlich!

von Utta Isop

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Projekt „Landwirtschaftskollektiv Aschbuch“ sucht Mitgestalterinnen und -gestalter

[via]

Ein Grundstück für kollektive Landwirtschaft: Nutzer_innen gesucht!

Etwa 1,15 Bahnstunden von Graz entfernt, 10 km südlich von Fehring, steht ein Grundstück von 2,5 ha für solidarische Landwirtschaft zur Verfügung.

Gesucht werden Menschen, die an einer Gruppe mit folgenden kollektiven, solidarischen Aktivitäten interessiert sind:

  • Gemeinsam und solidarisch Landwirtschaften
  • Renovieren, Erweitern und Bewohnen der Gebäude
  • Schaffen eines Zufluchtsorts für Menschen in Bedrängnis
  • Urlauben
  • Veranstalten von Seminaren und Workshops

Wenn Dich diese Ideen ansprechen, so laden wir Dich sehr herzlich dazu ein, Dich unter einer der folgenden Adressen zu melden: Andreas Exner, 0699 12 72 38 87, andreas.exner ÄT aon.at, Raimund Sobotka, 0680/1246676; raimund.sobotka ÄT univie.ac.at.

Wir suchen vor allem Menschen, die Lust haben, praktisch anzupacken: für einen oder mehr Tage pro Monat, blockweise oder in regelmäßigen Abständen. Ebenso suchen wir jedoch Menschen, die das Projekt als politische Botschaft unterstützen wollen und zugleich einer Organisation (noch zu gründen), die das Grundstück als Commons nutzt, beitreten wollen: einem Verein, einer Stiftung oder einer Genossenschaft.

Mehr Infos: www.aschbuch.wordpress.org

Meldet Euch rasch!

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Symbiosium 31. Mai bis 2. Juni – Die Tage der “außerordentlichen” Psychologien

vom 31.5. bis 2.6.2012 in der Uni Wien (Neues Instituts Gebäude & Fakultät für Psychologie)

Warum ist die Psychologie so wie sie ist?
Ist das denn alles oder kann das auch anders aussehen?

Solche und andere Fragen waren es, die uns im Lesekreis “Kritische Psychologie” zusammen brachten, um uns mit verschiedenen Themen und Fragen rund um Psychologie, Wissenschaft und Gesellschaft zu beschäftigen.

In dieser Runde entstand die Idee eines Symposiums für jene Themen, die uns im universitären Lehrplan zu kurz kommen. Wir wollten einen für alle zugänglichen Raum schaffen, in dem kritische, erweiternde und alternative psychologische Ansätze diskutiert, kennengelernt, verworfen und weiterentwickelt werden können. Das Symbiosium ist nun der Versuch, eine Verbindung herzustellen zwischen psychologischen und verwandten Feldern und den Menschen, die sich in diesen bewegen.

Eine Reihe von Workshops, Diskussionen und Vorträgen laden zu thematischer Inspiration und grenzüberschreitendem Austausch ein. Anschließend möchten wir in einem Forum einen Raum mit euch gestalten, der Vernetzung ermöglicht und einen Austausch mit Gleichgesinnten erleichtert, der über die Veranstaltung hinausgeht. Am Samstagabend sind dann alle eingeladen, das Symbiosium gemeinsam auf einer rauschenden Abschlussfeier ausklingen zu lassen.

Wir suchen noch Menschen, die bei der VoKü und anderen Dingen mithelfen. Schreibt uns an info@symbiosium.at

Das spannende Programm ist hier abzurufen

Es kommen unter anderem Klaus Ottomeyer (gesellschaftskritische Sozialpsychologie, Arbeit mit Traumatisierten), Annette Schlemm (Kritische Psychologie), Markus Bruckner (zur politischen Psychologie Peter Brückners), Margrit Schiller (Antipsychiatriebewegung) und viele weitere inspirierende Psychologinnen und Psychologen mehr.

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