Presseaussendung SoliLa: “Die Geschichte hat gerade erst begonnen!”

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Landbesetzung der SoliLa: „Die Geschichte hat gerade erst begonnen!“

Utl: Rektorat der Boku diskreditiert sich nach gewaltsamer Räumung in Jedlersdorf selbst

Das Rektorat der Universität für „Bodenkultur“ hat gestern mit der gewaltsamen und brutalen Räumung der Landbesetzung in Jedlersdorf offensichtlich den Boden unter den Füßen verloren. Es setzt damit ein deutliches Zeichen gegen eine zukunftswürdige und solidarische Landbewirtschaftung und die Erhaltung von fruchtbarem Boden.

Dass dabei in keinster Weise gerechtfertigte Gewalt zum Einsatz gekommen ist, mag zwar nicht „beabsichtigt“ gewesen sein,  war aber nichtsdestotrotz der Fall. Unter den Augen von Videokameras und ZeugInnen ging die Gewalteskalation klar und deutlich vonseiten der Boku, sowie von den privaten Sicherheitskräften (Hellwacht) aus. „Es ist unglaublich, dass die Boku nicht einmal dazu steht. Dass vom Rektorat private Sicherheitskräfte eingesetzt wurden, die mit dem friedlichen Verhalten der rund 80 BesetzerInnen offensichtlich überfordert waren und so brutal gegen die eigenen Studierenden vorgehen, ist schlichtweg skandalös.“

Wir widersprechen der Stellungnahme des Rektorats, dass die Räumung ‚gewaltfrei‘, ‚friedlich‘ und ‚ohne Zwischenfälle‘ vonstatten gegangen wäre aufs schärfste. Wir stellen unsererseits klar, dass die Gewalt auf Weisung des Rektorats klar und deutlich von der privaten Sicherheitsfirma ausging. Weiters erscheint in mehrfacher Hinsicht die rechtliche Basis fragwürdig.

„Dass dabei alle ökologisch nachhaltigen Projekte abgerissen, zerschnitten und plattgewalzt werden, gleichzeitig aber die Gentechnikversuche auf der Fläche bleiben ist besonders zynisch und spricht für sich.“

Der bereits vor der Besetzung mit behördlichen Sicherheitsproblemen behaftete Gentechnikversuchsgarten in einem Gebäude der Landfläche ist mittlerweile ein Symbol für das offizielle Vorgehen der Boku, da diese Versuche mit dem Ziel der Freisetzung betrieben werden und dieses Projekt somit gegen die große Mehrheit der österreichischen Bevölkerung steht. Das derzeitige Vorgehen des Rektorats zeigt, dass keine Bereitschaft besteht, öffentliche Güter entlang von öffentlichen Interessen zu nutzen. Laut Vizerektorin Reithmayer habe die Boku keinen gesellschaftspolitischen Auftrag, was gerade für die Zukunft der Boku, sowie der Gesellschaft fatal ist. Das Vorgehen des Rektorats beweist dieses Selbstverständnis. SoliLa ruft alle dazu auf, diese Positionierung nicht zu akzeptieren und im Sinne der gesellschaftspolitischen Relevanz der vielen aufgeworfenen Fragen aktiv zu werden.

„Land ist öffentliches Gut und wir brauchen mehr denn je die solidarische und nachhaltige Bewirtschaftung von fruchtbarem Boden. Dies ist eine zentrale Zukunftsperspektive, die wir uns nicht verbauen lassen werden.“

Es handelt sich hierbei zugleich um eine Angelegenheit, die die ganze Stadt betrifft und insofern kann die Politik nicht mehr einfach wegsehen. Wir fordern den Erhalt von und den offen Zugang zu landwirtschaftlichen Flächen in Wien und zugleich Mitbestimmung und –gestaltung. Die Politik der Ignoranz wird auch in diesem Fall sehr deutlich und ist demokratiepolitisch sehr problematisch. Ganz offensichtlich gibt es ein großes Bedürfnis in der Bevölkerung nach solidarischer und zukunftswürdiger Landbewirtschaftung. „Wir kämpfen gegen die bloße Monokultur des Wohnbaus, sowie gegen die Monokultur in der Landwirtschaft. Dass diese Bodenmonokultur immer weiter vorangetrieben wird, ist tragisch und verantwortungslos.“

Wir fordern eine Öffnung dieser Fläche für selbstbestimmte und solidarische landwirtschaftliche Nutzung. Die Initiative SoliLa bekräftigt ihre offene und transparente Gesprächsbereitschaft und wird mit einer Vernetzung aller Initiativen, NachbarInnen, und Interessierten beginnen, die an einer solidarischen und zukunftswürdigen Landwirtschaft in Wien mitgestalten wollen. Bereits mehr als 1000 Unterstützungserklärungen beweisen das große Interesse an dieser Initiative.  Wir gehen aus diesem unwürdigen Vorgehen des Rektorats gestärkt hervor und werden unser Projekt weiter aufbauen und dieses in der ganzen Stadt vernetzen.

„Uns geht es um diesen Boden, den wir solidarisch, zukunftswürdig und nachhaltig landwirtschaftlich bewirtschaften wollen. Menschen aus unterschiedlichsten Hintergründen und allen Alters, sowie aus der NachbarInnenschaft haben innerhalb einer Woche ein Projekt begonnen, das bereits gedeiht. Es ist eine gemeinsame Vision entstanden, für die es wert ist, sich weiter einzusetzen. Die gestrige brutale Räumung war nicht das Ende der Geschichte – die Geschichte der Solidarischen Landwirtschaft hat gerade erst begonnen.“

Aktuelle Infos unter: 17april.blogsport.eu

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